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Strategie für bleifreie Produkte und Produktionsprozesse

Ausgangssituation

binder verfolgt das Ziel, den Einsatz von Blei und anderen potenziell gesundheits- und umweltgefährdenden Stoffen entlang der gesamten Wertschöpfungskette konsequent zu reduzieren. Hintergrund sind steigende regulatorische Anforderungen, Nachhaltigkeitsziele sowie die Verantwortung gegenüber Umwelt, Kunden und Mitarbeitenden.

Regulatorischer Rahmen

Die RoHS-Richtlinie der Europäischen Union begrenzt den Einsatz bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikprodukten. Für Blei gelten definierte Grenzwerte und teilweise Ausnahmeregelungen. Langfristig ist davon auszugehen, dass der Trend eindeutig in Richtung vollständig bleifreier Lösungen geht. Deshalb bereitet binder seine Produkte und Prozesse frühzeitig auf zukünftige Anforderungen vor.

Technische Herausforderungen

Der Verzicht auf Blei stellt die Industrie vor erhebliche technische Herausforderungen. In Metalllegierungen verbessert Blei häufig die Zerspanbarkeit, Umformbarkeit und Verarbeitbarkeit. Alternative Werkstoffe und Verfahren müssen dieselben elektrischen, mechanischen und thermischen Eigenschaften gewährleisten. Dies erfordert intensive Entwicklungsarbeit, umfangreiche Tests sowie Investitionen in Produktionsanlagen und Prozesse.

Ansatz von binder

binder entwickelt und qualifiziert schrittweise bleifreie Materialien, Komponenten und Fertigungsverfahren. Hierfür werden innovative Werkstoffkombinationen sowie optimierte Herstellungsprozesse eingesetzt, um die bewährten Qualitäts-, Leistungs- und Zuverlässigkeitsmerkmale sicherzustellen.

Die Umstellung auf bleifreie Lösungen erfolgt sukzessive im laufenden Produkt- und Fertigungsprozess in enger Zusammenarbeit mit Lieferanten, Entwicklungs- und Fertigungsbereichen. Dabei werden einzelne Produkte Schritt für Schritt auf bleifreie Alternativen umgestellt.

Sobald ein Artikel vollständig bleifrei gefertigt wird, kennzeichnen wir diesen entsprechend auf unserer Website. Für kundenspezifische Produkte erhalten Sie den aktuellen Umstellungsstatus jederzeit über Ihre Ansprechpartner im Technical Sales.

Qualität und Zuverlässigkeit

Alle neuen bleifreien Lösungen werden umfassend validiert und hinsichtlich ihrer elektrischen, mechanischen und thermischen Eigenschaften abgesichert. Dadurch können bestehende Produkte nahtlos und ohne funktionale Einschränkungen sowie ohne aufwendige Anpassungen auf Kundenseite auf bleifreie Alternativen umgestellt werden.

Nutzen für Kunden und Umwelt

Durch die frühzeitige Umstellung auf bleifreie Produkte schafft binder Planungssicherheit für Kunden und reduziert Risiken durch zukünftige regulatorische Änderungen. Gleichzeitig werden Umweltbelastungen verringert und nachhaltige Produktlebenszyklen unterstützt. Die Umstellung stärkt damit sowohl die Wettbewerbsfähigkeit als auch die langfristige Zukunftsfähigkeit des Produktportfolios.

Die RoHS-Ausnahmerichtlinie 6c erlaubt, dass Kupferlegierungen bis zu 4 % Blei enthalten dürfen. Diese Ausnahme ist besonders für die Automobil- und Elektronikindustrie wichtig, da Alternativen nicht immer dieselben technischen Eigenschaften bieten. Die Ausnahmerichtlinie 6c hat nach einer erneuten Verlängerung ein offizielles Ablaufdatum: 30. Juni 2027. Danach dürften maximal 0,1 % Blei in Kupferlegierungen enthalten sein.

Dieses Datum bedeutet jedoch nicht das finale Ende für die Ausnahmeregelung. Im Dezember 2025 wurde ein weiterer Verlängerungsantrag gestellt. Somit bleibt die Ausnahme gemäß RoHS-Richtlinie bis zur Entscheidung der EU-Kommission gültig. Ein Entscheidungszeitpunkt nach vorliegender Bewertung des Antrages ist derzeit nicht absehbar und kann mehrere Jahre dauern.

Im Falle einer Ablehnung gilt üblicherweise eine Übergangsfrist (sog. „Sunset Phase“) von 12 bis 18 Monaten, die erst mit Veröffentlichung der Entscheidung beginnt.

Zusammenfassung

  • Die Ausnahme 6(c) ist aktuell weiterhin gültig.
  • Der 30.06.2027 ist ein formales, aber kein zwingend wirksames Enddatum, da fristgerecht eine Verlängerung beantragt wurden.
  • Die zukünftige Regelung hängt vollständig vom Ausgang des laufenden Verlängerungsverfahrens ab.

Aus < https://www.powerelement.com/de/lead-free/leitfaden>

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